Versuchungen und Widerstehen

Das beste aus sich herausholen. Sich aufbauen. Sich in Form bringen bis man in einer Form ist, von der man erst dann merkt, dass man gar nicht hineinpasst. Falsche Passform. Wieder von vorn. Neu modellieren. Recyclen. Wegwerfen. Alles wollen, nichts wollen. Sich wiederholen. Nochmal, aber anders, diesmal besser, diesmal wirklich. Disziplin, Disziplin. Disziplin fühlt sich solange gut an, macht dich solange stark, bis die Versuchung an der Hintertür anklopft. Und es ist fies, sich zu entscheiden, weil es von Vornherein ein irrationales, ein emotionales Abwägen ist, sobald man ein Dafür in Erwägung zieht. Denn rational wäre das Dagegenentscheiden. Ganz klar. Hintertür zuschlagen. Aber noch fieser ist, wenn die Hintertür von alleine zufällt, noch ehe man zum Abwägen kam. Die Gefahr ist zwar gebannt, die Versuchung erloschen, aber damit auch der Reiz der unmöglichen Möglichkeit. Nicht mal mehr unantastbaren „Was wäre wenn“-Gedanken kann man sich hingeben, wenn die verbotene Frucht nicht mehr lockt. Viel schwieriger ist es, alles hinzuwerfen, viel schwieriger zu begründen und zu rechtfertigen, wenn man nicht weiß, wofür. Sei der Grund noch so verwerflich, noch so irrational. Und plötzlich vermisst man die Versuchung im Nacken, nur ein wenig, als unmögliche Möglichkeit, als abweichenden Ausweg, nur für den Fall eines potenziellen Falles.

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