imaginärgedacht

Ich lasse diese kleine, virtuelle, koexistierende Parallelwelt verstauben und anrosten. Ich übe mich in imaginären Fluchtgedanken. Schmiede Pläne für ein Leben, das nicht meins ist und nicht meins sein wird. Schlösser, von Nebelmaschinen entworfen, effektvoll, aber ineffizient und beim Näherkommen fällt auf, dass es doch eher unangenehm künstlich riecht ( – Waldmeister?).

Oft nehme ich mir etwas vor, woran ich dann zu zweifeln beginne. Was tun? Ich frage mich: Ist es nun ein Zeichen von Schwäche, den Plan aufzugeben? Oder ein Beweis für Stärke, sich Irrwege einzugestehen? Stark, etwas durchzuziehen? Oder schwach, sich den Rückzug nicht zu erlauben? Und warum läuft es in meinem Selbstverständnis immer auf ein Schwächeeingeständnis hinaus? Wieso gibt es immer so viele Blickwinkel und keine Eindeutigkeit?

Das ist Einstellungssache, Anschauungssache. Wer sich das Leben schwer macht, hat selber Schuld.

Doch etwas Frohmut zum Schluss: vor gut einer Woche war ich in Hamburg auf einem Konzert von Olli Schulz. Mal mit Band, mal ohne, meist mit Gitarre, manchmal ohne und mit Herz, nie ohne, so spielte spielte er zweieinhalb Stunden Altes und Neues und erzählte und säte Eintracht unter seinen Zuhörern- und schauern. Was für ein Glück, dabei gewesen zu sein.

Zuneigungsbekundung

Das Wochenende war wirklich schön. Die letzte Woche war nicht die schlechteste. Ich hab nicht viel geschafft, aber mehr als absolut gar nichts. Am Freitag war ich in Aachen (es war so kalt! Ich dachte, es wird jetzt Frühling!), Kaffeetrinken mit meiner wunderbaren Freundin, Lindt-Outlet durchforsten mit ihr und meinem Festen. Immer aufregend, wenn man sich unbekannte Freunde einander vorstellt. Ging natürlich alles gut. Weil ich in solchen Momenten immer das seltsamste Verhalten an den Tag lege, muss ich in der Dreierkombination am ehesten wie der Fremdkörper gewirkt haben und die anderen beiden wie gute Freunde. (Albernheitsgedanken: „Schön, dass ihr euch so gut versteht, aber ich bin hier das verbindende Glied! Hört auf, mich eifersüchtig zu machen!“) Es war ein schöner Tag. Abends von Aachen zu ihm, Essen, Bier, Schokoladensichtung. Am Samstag sind wir irgendwann nachmittags nach Köln gefahren. Im Bus fühlte ich mich bei „Wer bin ich?“ wieder wie auf früheren Autoreisen zu den Großeltern. Ich mag es, auch manchmal noch Kind sein zu dürfen. Ich mag es, „Du bist doof“ sagen zu dürfen und ihn daraufhin zu küssen. (Ohnehin scheinen doch liebevoll geäußerte Beleidigungen die neuen Zuneigungsbeweise zu sein, neben der Ausgabe des WLAN-Passworts.) In Köln liefen wir ziellos umher, vertrieben uns die Zeit bis zum Sushi-Date mit seiner besten Freundin und ihrem Freund. Halb erfroren, halb betrunken nach einem Bier auf nüchternen Magen war’s dann um kurz vor neun endlich so weit und wir haben uns bis kurz vor elf mit Begeisterung durch die gesamte „All you can eat“-Karte gefressen. Es war so gut. Der Bauch danach so voll. Dann rollten wir zum Bahnhof, mussten x-mal in Züge und Busse umsteigen und waren dann um kurz vor halb drei bei ihm zuhause. So liebe ich doch Wochenenden. Mit abschließendem Serienmarathonsonntag. (Fargo!)

Vielleicht werde ich ihn sogar etwas mehr vermissen bis wir uns überübernächstes Wochenende erst wiedersehen. (Familienbesuch zwischendurch. Verbunden mit Friseur, Theater und Olli Schulz. Das beste rausholen aus dem Drunter und Drüber des Familienlebens.)

Untermut

Selbstüber- und Selbstunterschätzung, Selbstüber- und Selbstunterlistung, Selbstüber- und Selbstunterwindung. Im Bett sitzen, wach ab sieben, um noch was für die Uni (Uni, um es gelinde auszudrücken, nervt) zu lesen, um es dann doch nicht zu lesen, sondern es als minder wichtig abzutun. Ein letztes Seminar vor den Semesterferien, die nie richtig Ferien sind, eine Sprechstunde und folgende Sprechstunden zur Absprache von Hausarbeiten, die ich, die jeder am liebsten bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aufschieben würde.

Aber: mit der Sozialisation klappt’s im Moment verhältnismäßig gut. Ich bin in einer WhatsApp- und zwei Facebook-Gruppen und werde in soziale Interaktionen integriert. (Das scheint zum Teil wirklich die Definition heutiger Sozialisation zu sein. It’s a mad world.) Und nebenbei treffe ich wöchentlich Menschen privat. Wochenhighlights. Grundsätzlich geht es in die richtige Richtung. Ich fühle mich nicht falsch hier. Nur das Studium ist größtenteils großer Mist bzw. scheitert an der Umsetzung der großen Versprechen und der dementsprechend hohen Erwartungen. Ohne Alternativprogramm finden wir uns meistens damit ab und in Freistunden oder Privatrunden bricht es der Reihe nach aus allen heraus. Hab ich mir anders vorgestellt. Hält nicht, was es verspricht. Und diese eine Professorin…ein Fall für sich. Das Beste draus machen. Bestmöglich am Ball bleiben. Das Beste feiern, wie es fällt. Feste auch.

Apropos Feste. Es ist drauf und dran, etwas Festes zu werden. Ein wenig suspekt ist es mir schon, aber sich dagegen zu wehren, brächte auch nicht mehr den gewünschten Erfolg. (Der irgendwie Intimität und Vertrautheit mit Unabhängkeit und Freiheit vereinen würde. Leider scheitert es immer irgendwo auf dem Weg zur Vertrautheit an der Freiheit. Immer tun, was man will, ist nicht Teil des Konzepts einer Beziehung, sondern Kompromisse und Absprachen und auch Versprechen.) Ich muss wohl hineinwachsen oder es spannt sich irgendwann die Reißleine. Ich wage noch keine Prognosen.

Unumwundenes Gewirr

Über die Weihnachtsferien etwas für die Uni gemacht? Natürlich nicht. Über die Weihnachtsferien etwas getan, um alte Freundschaften zu erhalten? Nein, nur davon gesprochen. Die Weihnachtsferien genutzt, um besinnlich Zeit mit der Familie zu verbringen? Es nahezu versucht zu vermeiden. Hallo, Familie. Ein paar Worte am Frühstückstisch, ein paar Worte auf dem Sofa, da, wo…sonst früher einmal ein Tannenbaum den Fußboden vollgenadelt hat. Ein paar Worte im Auto, auf dem Weg zu den Großeltern, da, wo man isst, um Liebe zu beweisen. Neben Überfüllung durch fettiges Essen auch viel Wut im Bauch. War meine Mutter immer schon so unglücklich? So mitteilsam? So betont bedürftig? Ist es ihre verspätete Midlife Crisis oder das Gegenteil von nostalgischer Verklärung der Vergangenheit? Scheißjahr, Scheißjahr, Scheißjahr!, tönt es aus allen Ecken. Ein Echo, das ins „Neue Jahr“ herüberhallt.

Kurz vor Weihnachten kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit Drogen, wie man sich Drogen mit Kinderaugen vorstellt: Drops zum Einwerfen, nicht zu verwechseln mit Medizin. „In Kontakt“ heißt, eine Pille lag auf einer Handfläche vor meinen Augen und war real, in meine Lebenswirklichkeit hineinkatapultiert worden und ich wollte den freudlichen Kerl, der zur Handfläche gehörte, schütteln dafür, dass er mir meine naive Vorstellung raubte, dass manche Dinge nur fern von mir eine Rolle spielen. (Nein, sie spielen auch eine Rolle direkt vor meinen Augen, direkt in meinem näheren oder entfernteren Freundeskreis, in meinem Leben.) Ich wollte ihn schütteln dafür, dass er mir diese Möglichkeit bot, ich wollte weglaufen. Stattdessen schüttelte ich nicht ihn, sondern meinen Kopf, blieb stehen als die anderen weitergingen (bis meine Freundin mich wieder einsammelte) und weinte eine beträchtliche Zeit der Stunden, die wir im Club in Köln verbrachten. Dieser Abend hat wahrscheinlich ohne Drogeneinwurf mehr mit mir gemacht als es eine Pille hätte auslösen können. Es mag albern sein, wie sehr mich diese (Nicht-)Erfahrung mitgenommen hat. (Denn „ich bin doch kein Kind mehr“.)

Was noch? Ich habe wieder einen Menschen enttäuscht, vielleicht verloren. Hier stößt man eine Tür auf, dort schlägt eine zu. Manchmal eröffnen sich tolle Möglichkeiten. Manchmal eröffnet sich ein (metaphorischer) Schlafsack und man verschließt die Tür vorm Himmelbett. Weil man es nicht besser wusste. Oder weil einem kurz mal mehr nach Zelten war als nach Prinzessinspielen.

Ich sage oft Dinge, die ich so meine, aber eigentlich widerlegt haben will. Es gibt Frauen, die sagen „Ich bin dick“ und möchten, dass man(n) ihnen widerspricht. Ich sage „Ich bin wohl kein Beziehungsmensch“ und irgendwann kommt das „Du hast wohl recht“. Das muss nicht schlimm sein, wenn der Rahmen des zwischenmenschlichen Geplänkels von Anfang an abgesteckt war. Aber dieser Satz scheint auch ein Verfallsdatum zu markieren. (Und vielleicht nimmt genau das den Druck, der dem Wort „Beziehung“ innewohnt und mich abschreckt.)

Das Jahr mit Motto und erlogenem Glück

Arsch. Müsste ich ein Banner über die letzten 24 Monate spannen, das mein Verhalten betiteln sollte, käme ich wohl nicht besonders gut dabei weg. Es ist ganz schön, sich auch mal etwas herauszunehmen, das man sich zuvor nicht (zu)getraut hat; aus sich herauszugehen, Schritte zu machen, weil…warum denn nicht? Man kann aber auch zu weit gehen. Damit meine ich nicht nur Aufdenschlipstreterei, sondern vielmehr echtes Arschlochgehabe. Vor allem, wenn es die Falschen trifft und man es zu spät bemerkt. Ein Abend Egopinselei kann ziemlich viel kaputt machen. Und, ey, Bitch, so läuft das nicht: am Freitagabend willst du einen Mann, der dir die Meinung sagt, weil du merkst, dass er genervt ist (zurecht), vielleicht sogar verletzt (zurecht). Einen Mann, der den Mund aufmacht und nicht alles mit sich machen lässt, über sich ergehen lässt, weil er nett ist, dich mag (noch). Und du provozierst, stößt ihm vor den Kopf, lässt ihn auflaufen und wünschst dir idiotischerweise einen Ausraster, etwas, das dich davor immer so gestört hat beim anderen, aber ohne geht auch nicht. Immer nur lieb geht auch nicht. Es macht dich beinahe aggressiv, so untergründig aggressiv, dass er nicht auf den Tisch haut, weder wörtlich noch metaphorisch. Nur kurz, fast, aber zu wenig. Bist abweisend, aber nicht genug. Bist wütend, auf ihn, aber noch mehr auf dich, weil da zu viel Ungesagtes, Ungefühltes, Abgefühltes ist. Tage später kriegst du dann die verdiente Ansage. Tirade. Egoistisch. Kümmerst dich nur um dich. Läuft nicht immer nach deinem Willen. Versetz dich mal in andere hinein. Sei nicht nur auf dein eigenes Wohl bedacht. Lerne. Lerne oder du wirst verlieren.
Und dann weinst du Stunde um Stunde versteckt in der Wintermantelkapuze im Fernbus. Weinst, als ob du diejenige wärst, die Trost nötig hätte. Verdammt. Ein bisschen Ruhe, ein paar Wochen. Dann kannst du dich ja nochmal um meine Freundschaft bemühen. Ich warne dich. Zweite Chance. Liegt an dir. Es liegt jetzt an dir.

Du schreibst einen Brief und schickst ihn nicht ab. Du findest die Adresse wieder, schreibst sie auf den Umschlag, in dem die Karte steckt, die du seit vier Jahren hortest, die jetzt beschrieben ist mit nichtigen Worten, nichtigen Entschuldigungen, Verständnis und trüber Einsicht. Wer bin ich denn? Wie viel Affekt, wie viel wahr und was sagt das über mich? Egoistin, unempathisch. Lieber Freak, ich will nicht die sein, für die du mich nun hältst, aber ich will auch nicht so sein, wie du mich gerne hättest.
Auf der Suche, immer noch, immer wieder, für immer.

Und wenn man dann die nächste Donnerstagnacht schon wieder nicht im eigenen Bett schläft, ist das dann zwangsläufig Flucht? Jedes Mal: dieses Mal wird es anders sein. Aber es ist nie anders. Es ist immer erst gut und neu und vielleicht deshalb gut. Vergangenheitsaufarbeitung und immer kommt ein bisschen mehr Vergangenheit hinzu, die es zu erzählen gibt und immer wird ein kleines Stück weggelassen, weil es sich wiederholt und ich womöglich selbst schon vergesse. Trotzdem fühlt es sich gut an und wie ein kleines Glück. (Könnten doch alle kleinen Glücksgriffe nebeneinander bestehen und müssten sich nicht gegenseitig verdrängen.) Und nein, Freak, es stimmt nicht, dass ich nur auf meinen eigenen Vorteil bedacht bin, weil auf Zeit auch ich als Lichtblick zu fungieren versuche. Es ist ein gutes Gefühl, Hoffnung zu geben, aber ein schlechtes, unausgesprochene Versprechen nicht halten zu können. Aber es könnte auch jedes Mal anders sein. (Aber es könnte auch jedes Mal nur eine weitere Kompensation für irgendetwas sein.) Aber es könnte auch egal sein, zumindest für ein paar Wochen. Ein Sotunalsob. Die beste Zeit ist die, in der die eigene Unzulänglichkeit noch absent ist, weder mir noch meinem Gegenüber bewusst, einfach nicht von Belang. Die kurze Zeit, in der man einfach so tut als wäre es unzweifelhaft Glück.

+ / –

Wie schnell ziehen zehn Tage vorüber. Wie oft nimmt man sich vor, etwas Bestimmtes zu tun oder auch zu lassen und scheitert, noch bevor man sich des Imbegriffseins zu scheitern bewusst ist. Wie häufig wünscht man sich, man hätte etwas nicht getan. Genauso häufig wohl, wie man sich wünscht, man hätte etwas schon hinter sich gebracht.

Zweieinhalb Wochen sind vorüber. Ich habe einen Studenplan, schrieb mir einen Wochenplan, bräuchte aber einen Semesterplan oder gar einen Plan fürs ganze Studium, einen Masterplan, am liebsten – die unabwendbare Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis wäre jedoch zu offensichtlich – einen Plan für mein Leben. Ich selbst wäre damit allerdings auch heillos überfordert.

Essen bringt Gewinne und Verluste. (Wenn ich von Essen rede, habe ich immer das Bedürfnis, ein „die Stadt“ hinzuzufügen.) Essen, die Stadt an der Ruhr, bringt mir Gewinne und Verluste. So denke ich, ich kann hier neue Freunde gewinnen, Bekanntschaften sowieso. Neues Wissen, neue Erfahrungen. Letztes Wochenende hatte ich meine erste Sitzung im Blockseminar zu audiovisuellen Grundlagen, bediente zum ersten Mal eine Videokamera und bekam von den Kommilitonninen aus meiner Kleingruppe Improvisationstalent unterstellt. „Hier, mach du die Anmoderation, du kannst das doch.“ Verrückt. Wie das immer so ist mit der Wahrnehmung und Täuschung. Ich gewinne sogar Kondition, obwohl ich in den letzten zwei Wochen nur je zweimal Laufen war. Mittlerweile schaffe ich 14 km, die man mir gegen Ende zwar auch ansieht, aber damit kann ich leben. Steigerung. Ein gutes Gefühl. Ich denke fast, ein Halbmarathon wäre demnächst machbar, aber dafür würde ich lieber noch jemanden finden, mit dem oder der ich mir das gemeinsam antun kann. Von Tag zu Tag schwankend gewinne ich mal Vertrauen in mich selbst und verliere selbiges wieder. Und apropos verlieren: Geld rinnt mir durch die Finger und besonders ärgerlich sind diese unerwarteten Ausgaben. Bücher, schön und gut. Aber ein neues Handy inklusive Simkarte kaufen zu müssen, weil einem beim zweiten Mal Ausgehen in der neuen Stadt das Smartphone aus der Tasche gestohlen wird, das ist schon…was eigentlich? Ungerecht? Pech? Dumm? In jedem Fall ungünstig. Da kommt es dann zum Beispiel auch vor, dass man sich beim Joggen total verläuft, weil man von der ursprünglichen Strecke aufgrund von Bauarbeiten abweichen muss, einen ungewollten Umweg macht, am Ende verzweifelt in eine S-Bahn steigt und die Orientierung erst am Hauptbahnhof wiederfindet. Ohne Google Maps wäre das nicht passiert. Und selten bekam ich so viele mitleidige Blicke zugeworfen wie von den Passanten, die ich fragte: „Wo bin ich hier eigentlich und wie komme ich nach XY?“ (Offensichtlich hat mir auch keiner wirklich weiterhelfen können, ansonsten hätte ich ja nicht verschwitzt und stinkend S-Bahn fahren müssen.)

Insgesamt gar nicht so ereignislos die letzten zwei Wochen, wenn auch durchwachsen im Erfolg.

Erste Woche Essen

Umzug letzten Dienstag. Tränen im Auto, Ankunft am Wohnheim, Zimmerbezug, Snack in einem Café, Streifzug durch Edeka, Rückfahrt Papa, Chaosbeseitigung, Skypen mit meinem Hamburger Brasilianer, Tränen auf dem Touchpad des Laptops, Schlafversuch, Angst und Alleinsein. Mittwoch: hinein in die Stadt, Sachen kaufen, ablenken, Regenwetter, Arschtritt, Laufschuhe an und los. Die Sonne kam raus. Donnerstag: Einführungsveranstaltung um 12. Jeder für sich, alle zusammen, hier werden die Karten gemischt. Danach Führung über den Campus, verbunden durch Orientierungslosigkeit. Austausch von Panik, Erfahrung und Erwartungen. Aufeinandertreffen dreier gegenseitiger Sympathisanten, Kaffee im Café, Nummernaustausch, erster Schub von Motivation. Freitag: Ikea; Teller, Besteck, Kram. Dinkelbrötchen in der U-Bahn, überraschend eine Nachricht von der netten Kommilitonin, ob ich Lust hätte, später noch mit auszugehen. Um kurz nach neun bei ihr, Bekanntmachung mit ihrem Ex-Bandkollegen, Bier und Gin Tonic, Unterhaltung mit ihrem Mitbewohner, Aufbruch zu weiteren Freunden ihrerseits. Zu siebt gen Zentrum, Trash-Pop im Club, viel Getanze, viel Gesinge, der Typ aus Aachen, der auch zur Gruppe gehörte… Sitzen in der Kälte, Worte und Küsse, verrückter Abend, verrückte Nacht. Verabschiedung um viertel nach sechs, mit dem Fahrrad durch die Herbstmorgenkälte nach Hause. Verwirrtheit, Betrunkenheit, Müdigkeit. Nach drei Stunden Schlaf wach, duschen, klarkommen. Frühstück und Richtung Bahnhof, auf nach Aachen, Freundin besuchen. Handynummerbeschaffung des Spinners der letzten Nacht, ich sollte nicht und schrieb trotzdem, belanglos, hintergedankenlos, antwortlos bis heute. Abhaken, Karo, es ist sowieso alles zu viel. Einkaufen mit Kathi, Nudeln mit Bolognese-Sauce, trinken und reden, in einen Club, schon wieder. Sie fand’s besser als ich, aber ich war glücklich mit ihr da zu sein. „Du siehst so unglücklich aus, soll ich dich retten?“ Ich war gar nicht unglücklich, ich hatte nur nicht ganz so viel Spaß wie meine verrückt tanzende Freundin. Bargespräch mit einem Typen, etwa 10 Jahre älter, ein Psychologe, ein Wasser und ein Gin Tonic auf seine Kosten, ein verzweifelter Kussversuch, Langeweile von meiner Seite, Flucht aufs Klo, ab nach Hause. Wieder nur drei Stunden Schlaf, Kopfschmerzen, Spiegeleier auf Walnuss-Karotten-Brot und Spaziergang in die Altstadt. Käsekuchen im Café und plötzliches Unwohlsein, Mittagsschlaf und Aufbruchsstimmung. Verkatert zurück nach Essen. Was für ein Wochenende.