imaginärgedacht

Ich lasse diese kleine, virtuelle, koexistierende Parallelwelt verstauben und anrosten. Ich übe mich in imaginären Fluchtgedanken. Schmiede Pläne für ein Leben, das nicht meins ist und nicht meins sein wird. Schlösser, von Nebelmaschinen entworfen, effektvoll, aber ineffizient und beim Näherkommen fällt auf, dass es doch eher unangenehm künstlich riecht ( – Waldmeister?).

Oft nehme ich mir etwas vor, woran ich dann zu zweifeln beginne. Was tun? Ich frage mich: Ist es nun ein Zeichen von Schwäche, den Plan aufzugeben? Oder ein Beweis für Stärke, sich Irrwege einzugestehen? Stark, etwas durchzuziehen? Oder schwach, sich den Rückzug nicht zu erlauben? Und warum läuft es in meinem Selbstverständnis immer auf ein Schwächeeingeständnis hinaus? Wieso gibt es immer so viele Blickwinkel und keine Eindeutigkeit?

Das ist Einstellungssache, Anschauungssache. Wer sich das Leben schwer macht, hat selber Schuld.

Doch etwas Frohmut zum Schluss: vor gut einer Woche war ich in Hamburg auf einem Konzert von Olli Schulz. Mal mit Band, mal ohne, meist mit Gitarre, manchmal ohne und mit Herz, nie ohne, so spielte spielte er zweieinhalb Stunden Altes und Neues und erzählte und säte Eintracht unter seinen Zuhörern- und schauern. Was für ein Glück, dabei gewesen zu sein.